3 Monate mit der Sony A7R – Teil 1

Sony A7 BildMittlerweile befindet sich die A7R seit 3 Monaten in meinem Besitz. Über Flickr und Foren habe ich schon diverse Anfragen zu Bildqualität und Features erhalten. Da ist es doch an der Zeit mal ein kleines Zwischenfazit zu schreiben.

Hier wird natürlich kein Anspruch an Vollständigkeit oder wissenschaftliche Belastbarkeit gestellt, sondern ich möchte euch einfach nur schildern, wie es mir bisher mit der Kamera ergangen ist. Die Pixelbenchmarks und „Wie lang hält die Kamera im Mixer?“ Tests überlasse ich anderen Webseiten.

Ein paar Worte zur Vorgeschichte.
Fotografieren begleitet mich schon seit meiner Jugendzeit. Angefangen, mich wirklich mit den Hintergründen zu beschäftigen, habe ich allerdings erst vor ca. 3 Jahren.

Seitdem fotografiere ich mit Canon. Nicht weil ich der Meinung bin, dies sei die weltbeste Marke oder das allerbeste Produkt. Es hat sich schlicht so ergeben, weil ich meine ersten DSLR Erfahrungen mit der Canon meines Bruders gemacht habe.

Generell ist es mir also ziemlich Wurscht, was an der Kamera dran steht. Hauptsache die Ergebnisse passen am Ende des Tages.
Als dann Sony die A7 und A7R ankündigte, war mein Interesse ziemlich schnell geweckt.

Eine kompakte Kamera mit Vollformat, die nur grob halb soviel Platz und Gewicht einnimmt, als meine Canon 5D MKII?! Durch die spiegellose Konstruktion sehr flexibel mit allerlei Objektiven kombinierbar. Dazu noch eine bessere Bildqualität?
Klang ja fast zu schön, um wahr zu sein.

Bei solchen Daten schlägt natürlich das Herz eines Technik-Hobbyisten wie mir eindeutig höher. Zusätzlich hatte ich schon länger eine New York Fotoreise ins Auge gefasst…
Das Ding musste also ins Haus, auch wenn der Preis für mich als Hobbyfotografen natürlich schon grenzwertig war. Da die Bank aber für Geld auf der hohen Kante momentan keine Zinsen rausrückt, sollen dann doch lieber Sachwerte unter der Inflation leiden, als mein Bankkonto.

Nun benutze ich das schicke Ding, ja mir gefällt das Design, nun also seit drei Monaten parallel zu und mit meiner Canon Technik.
Zuerst mit einem billigen reinem „Schraubstock“ Canon -> NEX-Adapter, ab New York dann mit einem Metabones Mark III, der die vollständige elektronische Steuerung der Linsen unterstützt.
Zum Thema New York wird es sicherlich auch noch ein paar Blogeinträge geben.

Mit dem Metabones Adapter kann man nun also prinzipiell seine Canon Linsen ohne Probleme an der A7 benutzen. Der Autofokus ist ungefähr so schnell, wie der Live View Fokus an der 5D MK II. Also nicht sonderlich praxistauglich. Für Aufnahmen ohne viel Bewegung aber durchaus einsetzbar.

Das bringt mich zu einem meiner liebsten Features an der Kamera, die Fokus Hilfen. So mache ich inzwischen die meisten Aufnahmen manuell, einfach weil es genau ist und so schön einfach geht.
Das Fokus Peaking (die scharfen bzw. kontrastreichsten Teile im Bild werden elektronisch hervorgehoben) ist dabei nicht immer 100% treffsicher. Wenn es um offene Blende und einen hauchfeinen Schärfebereich geht, nutzt man lieber die Fokuslupe.
Das sollte man sowohl bei Offenblende, als auch bei Landschaftsaufnahmen tun. Wenn man den Fokus auf unendlich dreht, ist da durchaus noch einiges an Spiel vorhanden. So ist es mir am Anfang in New York passiert, dass die Aufnahmen nicht bis ins letzte Detail scharf waren. Hier also im Zweifel lieber nochmal nachjustieren, anstatt sich auf die Anzeige des Objektivs zu verlassen.

Generell war ich beim elektronischen Sucher ja zunächst skeptisch. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit möchte man das Ding allerdings nicht mehr missen. Es hat schon was, wenn man seine Bilder direkt kontrollieren kann, ohne das Auge vom Sucher nehmen zu müssen. Außerdem hat man alle Informationen im Blick und kann sich die Anzeige sogar relativ frei konfigurieren.

Kommen wir zur Bildqualität.

Was konnte man nicht alles lesen, über Bildfehler und die 36 Megapixel, für die man eigentlich immer ein Stativ oder Uhrmacherhände braucht.

Für mich funktioniert die Kamera in der Praxis sehr gut. Sicher muss für eine scharfe 100% Ansicht die Güte des Objektivs und die Dauer der Belichtung stimmen, aber was einem die Kamera dann anbietet ist schon 1A.
Und mal ganz im Ernst… Die meiste Zeit ist die 100% Ansicht bei 36 Megapixeln eh mehr Fotografenporno, als unbedingt nötig.
Nichtsdestotrotz zaubert sie einem Technik Junkie, wie mir, dann doch ein Lächeln ins Gesicht.
Nutze ich bei der 5D noch überwiegend nur RAW, so kann man bei der A7R auch die JPGs schon sehr gut gebrauchen.  Selbst bei hohen ISO Werten arbeitet die Rauschunterdrückung sehr gut und zaubert ansehnliche Bilder direkt auf die Speicherkarte.

Widmet man sich dann in Lightroom den RAW Bildern, so wird mein Respekt vor den Sony Ingenieuren noch ein bisschen größer. Was da noch an Dynamik in den dunklen Bildbereichen steckt, ist schon eine Wucht.

Hier mal ein kleines Beispiel. Das Bild habe ich bewusst unterbelichtet und dann in Lightroom die Belichtung um 3 Blendenstufen nach oben korrigiert. Gleichzeitig die Lichter und Tiefen Regler angehoben, bzw. abgesenkt.

 

Im Zweifel sollte man mit dem Sony Sensor also lieber etwas unterbelichten, da man im Nachhinein die Belichtung noch ziemlich gut korrigieren kann. Das bin ich vom Canon Sensor anders gewohnt.
Einen lesenswerten Beitrag zu diesem Verhalten gibt es bei Tilo Gockel in seinem Fotopraxis Blog.

Mehr zur Bildqualität und dem Verhalten von Canon Linsen an der A7R gibt es in Teil 2 von meinem A7R Praxisbericht und JA, es gibt auch einige Dinge an der Kamera, die mir noch nicht gefallen 😉

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