Training im Winter

wpid-20150118_101937_1.jpg

Oder warum ich manchmal gerne Schichtarbeiter wäre.

Warum Schichtarbeiter? Weil ich dann häufiger die Möglichkeit hätte im Hellen zu trainieren und auch mal schöne Tage unter der Woche zu nutzen.
Okay, dafür hat ein Schichtarbeiter viele andere Probleme. Die häufige Umstellung des Körpers z. B., was die Wach- und Schlafzeiten angeht, ist sicherlich nicht gerade förderlich für sportliche Höchstleistungen. Das ganze sollte natürlich mehr ein plakatives Beispiel sein.
Als normaler Arbeitnehmer in Deutschland erfordert regelmäßiges Training im Winter häufig etwas Überwindung.

Ja, mir macht das Winter Training selten Spaß. Oftmals wird es besser, wenn man erstmal auf der Strecke ist. Fast immer ist die Laune gut, wenn man den Lauf beendet hat und sich selbst auf die Schulter klopfen kann.
Die Motivation sich aufzuraffen, ist im Winter doch deutlich kleiner als im Sommer. Zähle ich die Jogger, die mir bei einer Runde um 0 Grad entgegen kommen, geht das nicht nur mir so.
image

Ist mir beim Laufen das Wetter eigentlich relativ egal, sieht das beim Rennrad fahren schon anders aus. Hier braucht man für schlechtes Wetter gleich eine Menge mehr an Ausrüstung, von der Reinigung des Rads will ich gar nicht erst anfangen. Da zieht man sich auch schon mal für die normale Ausfahrt den „Zeitfahr“-Helm an, weil er weniger Wind durchlässt.
Die Jahreszeit kann man übrigens sehr gut an der Füllung der Waschmaschine ablesen. Anziehen, ausziehen dauert deutlich länger und der Wäschekorb ist nach einer Wintereinheit ungefähr doppelt so voll.
Wieder so ein Grund für den inneren Schweinehund. Vor- und Nachbereitung jeder Trainingseinheit erfordert mehr Zeit als im Sommer.

Manch einer wird jetzt sagen „geh doch ins Fitness Studio“! Dazu fällt mir nur ein, ich bin kein Indoor Ausdauer Typ. Mir fehlt der Fahrtwind, die Natur, die unterschiedlichen Bodenverhältnisse, der Ausblick… Kurz gesagt, mit Einheiten im Studio an Geräten kann ich wenig anfangen.
Dennoch habe ich jetzt einen ersten Schritt durch die Anschaffung eines Ergometers getan. Halt, hab ich nicht vorhin gesagt mit Geräten kann ich nichts anfangen. Ja, aber…
Ich kann damit zuhause zu jeder Zeit loslegen und zweitens kann ich feste Strecken abfahren inklusive Videos die synchron zum Tritt mitlaufen. Darüber gibt es aber nochmal einen gesonderten Blog Beitrag.
An dieser Stelle mal Hut ab an alle, die es schaffen sich regelmäßig in einem Fitness Studio zu verausgaben. Mir fällt das definitiv schwer.

image

Damit meine Form im Winter nicht ganz verloren geht oder ich sie überhaupt erstmal aufbaue, ist Training unter der Woche unerlässlich. Das geht allerdings nicht ohne Licht.
Für meine abendlichen Läufe nutze ich die gleiche Lampe, die ich z. B. auch bei Rad am Ring verwende. Eine LED Leuchte von Lupine.
Ist zwar etwas schwerer und ich schleppe einen extra Akku am Oberarm mit rum. Dafür wird der Weg ordentlich ausgeleuchtet und kein Autofahrer kommt in die Verlegenheit mich zu übersehen.
Trotzdem ist das Training im Dunkeln nach wie vor eine Herausforderung. Auch bei bester Beleuchtung sieht man so manche kleine Unebenheit nicht, da der Schattenwurf bei einer Stirnlampe kaum vorhanden ist.

Entgegen kommt mir, dass ich auf der Arbeit die Möglichkeit habe zu duschen und mit Kollegen zu laufen. So wird man beim Laufen in der Finsternis zumindest ein bisschen abgelenkt. Von der Natur sieht man auch mit der besten Lampe nicht mehr allzu viel.
Trotzdem sind gerade diese Läufe ungemein wichtig. Nur am Wochenende zu trainieren ist keine Option. Das kann maximal Form Erhaltung sein.

Also rafft euch auf. Auch ich habe den ein oder anderen Tag geflucht. Als Highlight ist mir ein Training in der Hermannslaufvorbereitung 2013 im Gedächtnis geblieben.
Eiskalter Wind und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Ich glaube, ich hatte mich so dick angezogen wie bei noch keinem anderen Lauftraining. Trotzdem habe ich mir auf den ca. 30 Kilometern fast den Allerwertesten abgefroren. Mehr als einmal verflucht man sich leise selbst. Doch spätestens unter der warmen Dusche kommt das Endorphin und man ist Stolz, sich doch aufgerafft zu haben.
Aus Erfahrung kann ich sagen, das sind genau die Einheiten die euch bei eurem angepeilten Frühjars-Wettkampf die erhofften Sekunden nach vorne bringen werden.

comfortzone

Leave a Comment.